Ehrenamtlichkeit 2021

von Hermann Kroll-Schlüter

Ehrenamtlichkeit

…ist keine Notlösung in Zeiten knapper öffentlicher Kassen. Ehrenamtlichkeit hat Sinn und macht Sinn.

Warum? Millionen von Menschen sind aus freiem Entschluss bereit, sich in Kirchen , Wohlfahrtsverbänden und Organisationen, Verbänden und Selbsthilfegruppen, Parteien und Bürgerinitiativen für unverzichtbare Aufgaben, für das Gemeinwohl zu engagieren.Unser Gemeinwesen ist ohne dieses Engagement nicht denbar.

Ehrenamtlichkeitist Verantwortungsbereitschaft.Darin kommt zum Ausdruck gelebte Solidarität, praktizierte Subsidiarität und die Freiheitlichkeit unseres Gemeinwesens. Hier wir deutlich, was verantwortete Freiheit bedeutet, das Freiheit immer an Verantwortung gebunden ist, es immer einen Zuammenhang von Freiheit und Verantwortung gibt.

Im sozialen Ehrenamt erkenne wir praktizierte Nächstenliebe - und die Frage, wie weit darf die Solidarität kollektiviert werden, sozusagen verstaatliche Nächstenliebe. Neue Wege könnten in der kommunalen Gemeinschaft gewagt werden. Sie in subsidiärer Perspektive zu stärken , das ist dringende und notwendigste Aufgabe. Ehrenamtliche Engagement ist Subsidiarität. Wenn kein Gemeinwesen darauf verzichten kann, dann ist es Pflicht des Staates diese Verantwortungsbereitschaft sich entfalten zu lassen und zu fördern. Und sei der Staaten noch so mächtig(eine schreckliche Vorstellung), auf diese gelebte Solidarität und  Subsidiarität ist er angewiesen.

Freiwillige und ehrenamtliche Tätigkeit bezieht sich auf Politik und Kultur, Freizeit, Jugendarbeit und Sport,Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gesundheit und Sozialwesen, Katastrophenschutz und Rettungswesen, freiwillige Feuerwehren, Arbeitsschutz, Tarifparteien, Wissenschaft und Justiz, Umwelt und Naturschutz.

Geradezu großartig zeigt sich das Ehrenamt in seinem Beitrag zur Integration. Was hier  z-B. im Sport geleistet und erreicht wird, das verdient höchste Anerkennung.

Die geistige Schaffenskraft für das Ehrenamt erwächst auch aus der Bindung an die Heimat. Denn Heimat kann man nicht konsumieren, sondern sie muss erlebt und gelebt werden. Heimat will begehrt,   gestaltet und vererbt werden.

 

In einer gemeinsamen Erklärung von dem damals amtierenden Bundespräsident Johannes Rau und den drei ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog, Richard von Weizsäcker und Walter Scheel anlässlich des 50. Jahrestages der Wahl des ersten Bundespräsidenten, Theodor Heuss, am 12. September 1999, heißt es: "Für die Stabilität und Anziehungskraft unserer Demokratie ist ihre Entfaltung und Stärkung als Lebensform unabdingbar. Wir  können und sollen nicht alles vom Staat, von Sicherungssystemen und Großorganisationen erwarten. Erst die Vielfalt der Freiheiten und Verantwortlichkeiten, Initiativen und Engagements, Freiwilligkeit und Verpflichtungen -  also eine verantwortungsbereite Bürgergesellschaft - halten das Gemeinwesen zusammen.  Darum brauchen wir neben staatlichem Handeln, das gleiche Lebenschancen für alle fördert, das am Gemeinwohl orientierte Engagement möglichst vieler Bürgerinnen und Bürger für soziale, humanitäre, kulturelle  und ökologische Aufgaben."